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日志


9月30日

Etikettenschwindel

nemo

 
"Ausgewachsener Appenzeller(-Mix), ca 2 Jahre,
gut geeignet für rüstige Rentner. Mag andere Hunde."

So stands auf der Homepage des örtlichen Tierheims. Unsere Fellnase hat davon allerdings glaub nichts mitbekommen. Mit dem Appenzeller isses auch nich so arg weit her, da steckt doch noch einiges und vor allem Größeres mit drin. Andere Hunde findet er an der Leine magisch anziehend, so mancher gezerrte Arm kann hier ein Lied von singen. Ältere Herren und Rentner kann er gar nicht leiden, sind die dann noch alkoholisiert wird er richtig gehend grummelig, so dass ein Strassenseitenwechsel schon mal angebracht ist.  Kinder und Omas findet er dagegen ganz Klasse, da wird der Leinenteufel zum Engelchen.

Das mit dem gut geeignet für rüstige Rentner sollte wohl "für die Erben rüstiger Rentner" heissen, die gerne an die Kohle kommen würden. Das nicht müde zu kriegende Energiebündel bringt uns noch ins Grab und bis zur Rente isses bei mir noch etwas noch etwas hin.

Irgendjemand sagte mir mal: Tierheimhunde sind wie Überraschungseier, man findet immer wieder Neues über seine Fellnase heraus, Gutes, wie weniger Gutes, Lustiges und Trauriges. Ich denke mal er wird so etwas über ein Jahr alt gewesen sein, als wir Ihn bekommen haben - vom ganzen Wesen her ganz sicher noch ein Jungspund.  Wir schätzen ihn inzwischen auf ca. 1.5 Jahre, von ausgewachsen keine Spur, seit wir ihn haben hat er gut 5cm in der Höhe und einiges an Brustumfang zugelegt.

Und wir sind Stolz auf jeden cm. Viel mehr Hund fürs gleiche Geld, was will man mehr.. :)

9月4日

Frustmomente beim Gassi gehen..

Meine Fellnase ist ein "Rüpel", der deshalb bislang nur an der Leine raus darf. (Es wird besser, inzwischen komm ich an den meisten Hunden vorbei, ohne das es ein Aufstand gibt - aber das war ein gutes Stück Arbeit und wird auch noch viel Zeit und Geduld brauchen). Ich betrachte es als meine Pflicht, für die Sicherheit meines Hundes und die anderer Personen zu sorgen - auch wenn das in letzter Konsequenz heißt, mein Nemo darf außerhalb der umzäunten Spielwiese nicht von der Leine.

Scheinbar stehe ich mit dieser Einstellung allein auf weiter Flur. Man wird sogar richtig gehend beschimpft, als Tierquäler, als asozialer Eigenbrödler, weil ich den nicht ganz so kleinen Macho nicht laufen lasse, wie er es vielleicht gerne hätte (und wie ich es im übrigen liebend gerne tun würde.. und wie es sicher besser für ihn wäre.)

Aber Freilauf um jeden Preis?

Ich bin froh über jeden gut erzogenen Hund der ohne Leine an mir und Nemo vorbei läuft.. Je mehr umso besser, je öfter Nemo merkt, das ein anderer Hund kein Grund ist, Rabbatz zu machen, umso besser ist es. Ich hab auch nicht mal etwas gegen "lassen wir die 2 sich mal beschnuppern und Hallo sagen", auch wenns dabei vielleicht etwas Gebrummel gibt, ich würde allerdings ganz gern gefragt werden *vorher* und ich erwarte, dass das andere Herrchen/Frauchen ebenfalls anwesend ist.

Das Ganze kann in der Praxis dann allerdings auch so aussehen:

Problemfall 1: "Ich hab Null Kontrolle über meinen Hund".

Fremder Schäfi aus der Umgebung  sieht uns auf gut auf 200m Entfernung und jedesmal rast Schäfi zu uns und dann gibts Terz. Frauchen brüllt zwar noch hinterher aber Schäfi kümmerts nicht, rennt kurrenderweise immer um uns rum und ich steh dann da mit Nemo in der Leine hängend und hab meine Müh und Not bis Frauchen irgendwann angewatschelt kommt und den Hund mit nimmt. Noch besser ist es, wenn Schäfi mit Herrchen unterwegs ist, der merkt nicht mal, dass sein Hund weg ist und läuft seelenruhig weiter. Letzten Montag stand ich geschlagene 10 Minuten in der Gegend rum, bis Schäfi merkte, dass Herrchen über alle Berge war und hinterher ist.


Oder Beispiel 2: die Feierabend-Gassi-Gang,
Untertitel: Platz da, jetzt komm ich..

du läufst nix ahnend mit deinem Hund die Behelfsstrasse entlang, wirst plötzlich von nem Kombi fast umgefahren, der hält 2m vor dir an, ein Typ springt raus, reißt die Heckklappe auf und du stehst mit deinem angeleinten Hund in der Mitte von 6 total ausgelassenen Hundis, die endlich mal raus dürfen und nun unkontrollierbar in der Gegend rumwuseln. Könnte der ned 10 Meter weiter fahren, damit ich noch ausweichen kann? Oder 2 Minuten warten, bis ich ausm Weg bin? Nein, jedesmal darf ich dann guggen, wie ich nun klar komm, während er gelangweilt ne Fluppe anzündet oder sonstwas treibt. Mal abgesehen von mir, was ist mit Autos, die da auch hin und wieder mal vorbei kommen, Radfahrern (ständig), Kindern die auf der Wiese Ball spielen, etc. pp?


Ich hab nen Problemhund und von Heut auf morgen wird sich daran nix ändern. Drum ist er an der Leine. Es hat nen Grund, warum ich meinen Hund an der Leine hab, aber es juckt keinen. Kann man uns nicht etwas "Raum" lassen? Ist das so viel verlangt?

Was mach ich wenn mein Nemo mal einen der (meist) kleinen Terrornasen zwickt, die unkontrollierbar die Gegend unsicher machen, weil eine Leine ja so furchtbar ist? Dann is das Geschrei gross, dabei kann ich nicht mehr tun als Nemo an der Leine bei mir halten. Einen fremden, nicht angeleinten Hund, ohne Herrchen weit und breit, was bleibt mir da noch?

Ich hab das Gefühl nach jedem Mal, wenn so ein Hundi sich meinem Nemo aufdrängt, darf ich wieder von vorne anfangen mit: "ok, da isn Hund, wir machen nun Sitz, brav, hier Leckerli, schön hierbleiben, guck mich an, hier nochn Leckerli, so is fein, nun gehn wir weiter"..

Ich hab kein Problem damit, wenn das Herrchen im Wirkungskreis ist und halbwegs Kontrolle über den Hund hat. Ich krieg jedoch so nen Hals, wenn die Leute ihren Hund bei mir abladen, aus welchem Grund auch immer, es dann als Krönung nicht mal merken und nicht da sind, wenns daneben geht. Ich finde das unverantwortlich.

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